Freitag, 30. Mai 2008

Deep Impact (DVD Review)

Lief letztes Jahr mal im TV: 


Deep Impact


Deep Impact und Armageddon. Zwei Filme, ein Kinojahr (1998), ein Thema (Asteroid bedroht die Erde), eine Lösung (spezielles Team landet auf dem Asteroiden, bohrt Loch drein und haut Bombe rein). Zufälle gibts. Aber Unterschiede sind trotzdem vorhanden, "Deep Impact" ist nämlich realistischer, komplexer kostruiert, ruhiger, weniger action-lastig, ernster und logischer. Und schlechter. Das, was "Armageddon" in vieler Leute Gedächtnis eingebrannt hat, diese Selbstironie, dieses sich-nicht-ernst-nehmen, dieser zynische Humor, diese Sinnlosigkeit; all das fehlt in "Deep Impact". Der Film nimmt sich selbst so ernst, als wäre der Plot tatsächlich logisch nachvollziehbar.
Die Story läuft ein wenig anders:
Zuerst läuft alles haargenau wie in Armageddon, das Astronautencrew landet auf dem Asteroiden, platziert die Bomben und sprengt ihn. Nur nützt das diesmal leider nix. Also muss auf der Erde der (schwarze) Mr. President höchstpersöhnlich verkünden, dass es leider keine Rettung mehr gibt und nur 1 Million Menschen in ein Höhlensystem gerettet werden kann. Wir wenden uns jetzt also wieder der Erde zu und schauen die nächste Stunde zu, wie sich die Menschheit (anhand von Beispielen natürlich) auf die drohende Katastrophe vorbereitet, Chaos ausbricht etc.

Man könnte dem Drehbuch oder dem Film allgemein zwei Hauptfehler unterstellen:
1. Er bewegt nicht. Da er nicht komödiantisch sondern "erst" angelegt ist, müsste er also (Day-after-Tomorrow-mässig) ein Drama sein, was wiederum heisst, dass uns die Einzelschicksale emotional bewegen oder zumindest interessieren müssten. Tun sie nicht. Die meisten sind dem Zuschauer einfach schnurzpipegal.
2. Er fesselt uns nicht. Hallo? Spannung, wo bleibst du? Nichts. Hier gibt es null intelligentem Spannungsaufbau, während wir in "Armageddon" zielsicher und temporeich auf das Ziel/Finale zusteuern und dort immerhin die Struktur des Drehbuchs funktioniert. Hier langweilgt man sich vor Langatmigkeit einfach zu Tode und hat nicht einmal gute Explosionen oder eine Schiesserei um sich ablenken zu lassen. 

Auf der anderen Seite gibt es auch zwei positive Aspekte am Film:
1. Hervorragende Nebendarsteller. Wir haben Morgan Freemann, Maximillian Schell und Robert Duvall, altbewährte Profis, die hier versuchen, etwas aus ihren Rollen zu machen, was nicht ganz leicht ist. Schell ist mir am positivsten aufgefallen.
2. Ein Anständiges Finale. Immerhin der Schluss ist sehenswert, denn hier wird endlich mit den (zwar eher mässigen) Special Effects auf den Putz gehauen und ganz Amerika geflutet. Ausserdem sind die Macher mutig genug, viele Figuren sterben zu lassen, wenn auch natürlich in kaum aushaltbarem Kitsch. Leider geht alles ziemlich schnell und man hätte ruhig mehr vom im Wasser versinkende New York zeigen können.
Und schlussendlich drängt sich die Frage auf: Wenn man die Asteroiden-Story sehen will, guckt man "Armageddon", wenn man auf die ernstere Tour Amerika versinken sehen will, guckt man "The Day after Tomorrow". Wozu brauchen wir dann "Deep Impact"? 

abgerundet ca. 3 von 10 Punkten

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