Donnerstag, 11. September 2008

Hot Shots! (DVD Review)



Hot Shots!

Ein nicht zu unterschätzender Anteil der Menschen lacht auch mal gerne über andere. Ob das gut ist, darf bezweifelt werden, aber wenn es im Medium Film ausgelebt wird, dann ist das sicher eine der gesünderen Varianten. Jedenfalls haben Parodien traditionell einen gewissen Stellenwert in der Riege der Komödien, auch wenn ihr Ruf eher bescheiden ist. Mit gutem Grund. Schliesslich sind das Filme, die keine eigene Story erfinden, sondern sich darauf beschränken, andere auf die Schippe zu nehmen, und sich vor allem auf das junge Publikum richten. Und tatsächlich gibt es in diesem Genre sehr viel unnötigen Mist. Momentan werden wir gerade mit beispielsweise Superhero Movie von einer Reihe von Filmen heimgesucht, die nur aus ideenlos zusammengeklauten Elementen und peinlich-pubertären "Witze" bestehen, das ganze im zum hundersten Mal aufgewärmten Scary Movie-Stil. Dabei geht es auch anders. Mit etwas Kreativität kann man die grossen Blockbuster nämlich durchaus so aufs Korn nehmen, dass etwas Gescheites dabei herauskommt. Erwähnen lassen sich da Filme wie Life of Brian, Spaceballs, Shaun of the Dead oder eben Hot Shots!

Vor einigen Jahren hat sich US-Navy-Pilot Topper Harley nach einem traumatischen Erlebnis von der US-Armee getrennt und lebt nun zurückgezogen bei einem Indianerstamm. Doch er wird erneut gebraucht und so holt ihn die Navy nach etwas Überzeugungsarbeit für die geheime Operation „Müdes Wiesel“ wieder zurück in den Dienst. Seine „Elitetruppe“ ist ein wirrer Haufen von kurzsichtigen, seelisch gestörten oder einfach unfähigen Piloten unter der Leitung des unzurechnungsfähigen Admiral Benson, dessen gesamter Körper nach zahllosen Kriegseinsätzen praktisch nur noch aus Ersatzteilen besteht. Dazu kommt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit, bei dem Toppers Vater eine Rolle spielte, eine Psychiaterin, die im wahrsten Sinne des Wortes heiss ist, und zu allem Übel auch noch unpatriotische Saboteure. Doch Topper Harley wäre nicht Topper Harley, wenn er sich davon aufhalten liesse.
(frei nach Wikipedia)

Der Untertitel des Filmes lautet ziemlich grossspurig: "Die Mutter aller Filme!" Das mag nicht ganz zutreffen, aber mit "Die Mutter aller Parodien" läge man wohl gar nicht so weit daneben. Nebst der Tatsache, dass er einen deutlichen Einfluss auf das ganze Genre hatte, gehört "Hot Shots!" schlicht und einfach zum Unterhaltsamsten, dass in dieser Schublade zu finden ist. Auch wenn er Filmen wie "Life of Brian" nicht das Wasser reichen kann, so gibt es insgesamt weniger Filme, die Nonsense auf einem solchen Niveau betrieben haben.
Das Wort "Niveau" lässt wohl einige stutzen, denn danach hört sich die Inhaltsangabe wohl nicht gerade an. Natürlich nicht. Natürlich ist der Film blöd. Saublöd. Natürlich sind die Witze auf tiefem Niveau und natürlich wird längst nicht jeder daran Gefallen finden. Aber was ist der grosse Unterschied zwischen "Hot Shots!" und Meet the Spartans? Was macht ihn so viel besser? Ganz einfach: Die Witze sind gut. Sie sind frisch, durchdacht, spielfreudig vorgetragen und kommen im Sekundentakt auf den Zuschauer niedergeprasselt, ohne die geringste Spur von Langeweile. Durchdacht deshalb, weil die Verarschungen die Schemata Hollywoods präszise durchschauen (in erster Linie am Beispiel Top Gun) und den Nagel genau auf den Kopf treffen. DAS ist eine echte Parodie. Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Ansehen!

"Hot Shots!" ist eine primitive, aber höllisch komische Parodie, die jegliche Hollywood-Klischees gnadenlos ins Kreuzfeuer nimmt.

aufgerundet ca. 8 von 10 Punkten


Siehe auch: 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

köstlich! meine lieblingsszene: der spaziergang am strand. man hat den eindruck, dass es mal eine ernste szene gibt; aber eben, schiefern muss auch gelernt sein :-D