Freitag, 6. November 2009

Ein Bild für die Ewigkeit


Eine kleine Randnotiz: Kürzlich habe ich im Kino das Regie-Debüt des Drehbuchautoren Charlie Kaufman (siehe hier), Synecdoche, N. Y., gesehen. Der Film wird von den Schweizer Verleihs leider sträflicherweise ignoriert, aber immerhin hat sich das kleine Zürcher Kino Xenix erbarmt und für drei Einzelvorstellungen eine Kopie aus Frankreich importiert - Letzteres schliesse ich zumindest aus der Tatsache, dass der Film auf Englisch mit französischen Untertiteln gezeigt wurde (normal sind in der Schweiz Untertitel in Deutsch und Französisch). Ich konnte mir diese Gelegenheit jedenfalls nicht entgehen lassen.

Ich fühle mich jedoch nicht dazu in der Lage, nach erstmaligem Sehen ein "definitives" Urteil über Kaufmans Film zu fällen, geschweige denn ein fundiertes Review zu schreiben. Zusammenfassend könnte man sagen, dass mir der Film aufgrund seinem bitterbösen Pessimismus, den hervorragenden Darstellern (allen voran Philip Seymour Hoffman) und einigen unvergesslichen Szenen sehr gut gefallen hat, mich anderseits aber auch in seiner ausufernden Komplexität, der absurden Handlung und den unzähligen Deutungsmöglichkeiten etwas verwirrt zurückliess. Eine zweite Begutachtung scheint mir unbedingt notwendig zu sein.

Nichtsdestotrotz wollte ich mir hier kurz die Zeit nehmen und eine grandiose Szene des Filmes würdigen. "Szene" ist beinahe schon zu viel gesagt, in erster Linie ist es ein kurzer Moment, eine einzige Einstellung, die mich besonders beeindruckt hat. Sie verdeutlich meiner Meinung nach sehr schön, mit welcher Kreativität und stillen Poesie Kaufman ein noch so kleines Detail seiner narrativen Welten auszugestalten vermag.

Die Einstellung zeigt die rosenförmige Tätowierung auf dem Arm einer Person, von der sich im Augenblick des Todes ein welkes Blütenblatt "löst" und schlaff auf das Leintuch fällt.




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